EQ statt IQ statt KQ?

„Im Jahr 2006 ging das Wort pizzled in den englischen Wortschatz ein. Die Kombination aus puzzled (verblüfft) und pissed (beleidigt) fängt das Gefühl von Menschen ein, deren Begleitung plötzlich ein Blackberry zückt und mit jemand anderem zu sprechen beginnt. Damals fühlten sich Menschen in solchen Augenblicken noch verletzt und verärgert. Heute ist es die Norm.“ Das schreibt Daniel Goleman in seinem 2013 erschienen Buch Konzentriert Euch! (nachzulesen auf Seite 14). Wenn Sie sich erinnern: Goleman hat uns im 2. Artikel im Mai 2017 zu einigen Facetten über die Kunst GEHÖRT zu werden begleitet – Ablenkungen von innen und außen, drei Formen der Konzentration und der Wert schweifender Gedanken.Dazu kommt mir in den Sinn: Goleman geht bei seiner „Gefühlsbeschreibung“ zum Wort pizzled davon aus, dass sich die Menschen auch tatsächlich physisch gegenüber waren. Heute im Jahr 2017 nehmen die Kontakte in der virtuellen Welt rasant zu. Der Mensch zeigt sich vermehrt in den sozialen Medien. Wie wird sich der Umgang miteinander weiterentwickeln, wenn pizzled bereits zur Norm wurde?

Darum ist es mir besonders wichtig, den Blickwinkel auf eine weitere Facette in der Kunst GEHÖRT zu werden zu richten: auf die Wahrnehmung von Gefühlen. Der EQ als Abkürzung für die Emotionale Intelligenz gliedert die Fähigkeiten in fünf Bereiche:

  1. Die eigenen Emotionen kennen: Selbstwahrnehmung – das Erkennen eines Gefühls, während es auftritt – ist die Grundlage der emotionalen Intelligenz.
  2. Emotionen handhaben: Gefühle so zu handhaben, dass sie angemessen sind, ist eine Fähigkeit, die auf Selbstwahrnehmung aufbaut.
  3. Emotionen in die Tat umsetzen: Emotionen in den Dienst eines Ziels zu stellen, ist wesentlich für unsere Aufmerksamkeit, für Selbstmotivation und Könnerschaft sowie für Kreativität.
  4. Empathie: Zu wissen, was andere fühlen – eine weitere Fähigkeit, die auf der emotionalen Selbstwahrnehmung aufbaut – ist die Grundlage der Menschenkenntnis.
  5. Umgang mit Beziehungen: Die Kunst der Beziehung besteht zum großen Teil in der Kunst, mit den Emotionen anderer umzugehen.

(Nachzulesen auf Seiten 65/66 in Daniel Goleman, Emotionale Intelligenz, Deutscher Taschenbuch Verlag)

EQ statt IQ statt KQ?

Es gibt kein „ENTWEDER-ODER“ sondern ein UND. Es gibt keinen EQ (Emotionale Intelligenz) statt einem IQ (Intellektuelles Leistungsvermögen) statt einem KQ (Künstliche Intelligenz). Es gibt nur ein UND: EQ und IQ und KQ – für den Umgang miteinander, sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt.

In diesem Sinne wünsche ich einen „auf die Kunst GEHÖRT zu werden erweiterte Sichtweise“. Wir lesen uns wieder im Juli!

Emotionale Grüße
Sabine Staltner

2017-06-20T00:24:47+00:00