Konzentriert Euch!

Konzentriert Euch! ist der Titel des Buches von Daniel Goleman. Goleman lehrte als klinischer Psychologe an der Harvard Universität und ist bekannt als Autor des Bestsellers Emotionale Intelligenz.

Die Kunst GEHÖRT zu werden hat einige Facetten, so mein Vorgeschmack im 1. Artikel. Eine dieser Facetten ist die Konzentration – und die kämpft ständig gegen Ablenkungen von innen und außen. Wir kennen das: Bei der Vorbereitung auf einen Termin läutet das Handy, dann kommt eine Nachricht. Weg ist die Konzentration. Oder – im Gespräch mit einem Kollegen sind Sie noch in Gedanken beim vorherigen Gespräch, weil Sie sich ziemlich geärgert haben. Jetzt können Sie sich gar nicht konzentrieren. Oder – Sie machen mehrere Sachen gleichzeitig – Multitasking. Dazu gibt es viele Meinungen und darüber könnten wir lange diskutieren. In der Gehirnforschung wurde festgestellt: Es gibt Abläufe, die sich kaum gegenseitig beeinflussen, wie zum Beispiel sprechen und dabei mit einer Hand etwas tun. Doch bei Entscheidungsprozessen sieht dies ganz anders aus. Diese können nur nacheinander ablaufen. Überlappen sich Entscheidungsprozesse, so verlängert sich die Bearbeitungszeit oder die Fehlerquote steigt. Auch das kennen wir. Doch jetzt frage ich Sie: Treffen wir nicht ständig Entscheidungen – bewusst und/oder unbewusst? Das mag auch erklären, warum Telefonieren im Auto (ob mit oder ohne Freisprechanlage) so gefährlich ist.

Das Schlüsselwort gegen Ablenkungen ist die Konzentration. Auch hier gibt es eine gute Nachricht aus der Neurowissenschaft: Konzentration als unentbehrlicher geistiger Muskel lässt sich trainieren. Doch was ist das Trainingsziel? Goleman beantwortet diese Frage in seinen Worten: „Damit Führungskräfte zu guten Ergebnissen gelangen, brauchen sie alle drei Formen der Konzentration.

Die Konzentration nach innen stimmt uns auf unsere Intuitionen, Wertvorstellungen und bessere Entscheidungen ein. Die Konzentration auf andere sorgt für reibungslose Verbindungen zu den Menschen in unserem Leben. Und mit der Konzentration nach außen finden wir uns in unserer größeren Umwelt zurecht. Eine Führungskraft, die nicht auf ihre innere Welt hört, hat keinen Kompass; ist sie blind für die Welt der anderen, erhält sie keine Anhaltspunkte; und wer den größeren Systemen, in denen wir tätig sind, gleichgültig gegenübersteht, wird von Entwicklungen wie aus heiterem Himmel überrascht. Aber nicht nur Führungspersonen profitieren von einem Gleichgewicht zwischen diesen drei Formen der Konzentration. Wir alle leben in einer anstrengenden Umwelt, die voller Spannungen, konkurrierender Ziele und Verlockungen des modernen Lebens ist. Jede der drei Formen von Aufmerksamkeit kann uns helfen, ein Gleichgewicht zu finden, mit dem wir sowohl glücklich als auch produktiv sind.“ (Nachzulesen Seite 13 in Daniel Goleman, Konzentriert Euch! Eine Anleitung zum modernen Leben, Piper Verlag)

Die Gehirnforschung hat zum Thema der Konzentration auch einen einzigartigen Widerspruch gefunden: den Wert schweifender Gedanken.

„Die schweifenden Gedanken vermindern zwar vielleicht die unmittelbare Konzentration auf eine anstehende Aufgabe, einen gewissen Teil der Zeit arbeiten sie aber an der Bewältigung von Problemen, die für unser Leben wichtig sind. Außerdem lässt ein schweifender Geist unsere kreativen Säfte fließen. Während die Gedanken wandern, verbessern sich unsere Leistungen in allem. (…) Der schweifende Geist hat auch andere positive Auswirkungen: Er schafft Szenarien für die Zukunft, ermöglicht die Selbstreflexion und die Orientierung in einem komplexen sozialen Umfeld, brütet kreative Ideen aus, macht die Konzentration flexibler, denkt darüber nach, was wir lernen, organisiert unsere Erinnerungen und grübelt ganz allgemein über das Leben nach – und er gönnt den Schaltkreisen für intensivere Konzentration eine erfrischende Pause.“ (Nachzulesen Seite 59 im bereits erwähnten Buch).

Haben Sie jetzt Lust auf ein Konzentrationstraining bekommen? Ja – das freut mich. Dann wäre doch der Mai ein idealer Monat, mit dem Training zu beginnen. Doch nein – Sie bekommen von mir keinen Trainingsplan. Schade, denken Sie? Sich darauf zu konzentrieren, was Sie trainieren möchten, ist schon Teil des Trainingsplanes. Gerne gebe ich einen Impuls: Das Handy hat eine geniale Einstellungsmöglichkeit: der Flugmodus. „Steigen Sie in den Flieger“, wenn Sie sich zum Beispiel auf EINE Sache konzentrieren möchten oder wenn Sie sich 5 gedankenlose Minuten in der Mittagspause gönnen. Und – natürlich begleite ich Sie gerne bei der Erstellung und Umsetzung Ihres „Trainingsplanes“.

Viel Spaß beim Training! Wir lesen uns wieder im Juni – mit einer weiteren Facette zur Kunst GEHÖRT zu werden.

Aufmerksame Grüße
Sabine Staltner

Mai 2017

2017-05-12T08:50:16+00:00